Tag 18 - Philipp Weiß: LTX am 08.04.2006

2002 steht Philipp Weiß kurz vor dem Abitur, als bei ihm ein gefährlicher Lungenhochdruck (genauer gesagt: eine primäre pulmonale Hypertonie) festgestellt wird. Relativ schnell ist auch klar, dass er - ebenso wie sein Bruder - eine Lungentransplantation brauchen wird. Doch Philipp schafft es - trotz aller gesundheitlichen Einschränkungen - ein Physikstudium zu beginnen und weiterhin ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz zu arbeiten. Hier erfahrt Ihr mehr:

Welche Grunderkrankung hat eine TX nötig gemacht?
Bei mir wurde 2002 mit 19 Jahren - kurz vor meinem Abitur - eine primäre pulmonale Hypertonie festgestellt. Also ein Lungenhochdruck, bei dem die Lungengefäße verengt sind. Bei meinem Bruder wurde diese Krankheit einige Jahre zuvor ebenfalls bereits diagnostiziert. Als bei mir plötzlich Kreislaufprobleme auftraten, waren meine Eltern und ich alarmiert.

Wann wurdest Du transplantiert und wie alt warst du?
Es war schnell klar, dass ich mittelfristig eine Lungentransplantation benötigen würde. Da mein Bruder bereits lungentransplantiert war, wusste ich in etwa, was auf mich zukommen würde. Wie auch bei meinem Bruder wurde die Transplantation vom DHZB begleitet. Die Listung erfolgte dort zeitnah zur Diagnose, also auch 2002. Transplantiert wurde ich am 8. April 2006 mit 23 Jahren.
Ich hätte schon vorher ein Spenderorgan bekommen können, aber ich fühlte mich zu diesem Zeitpunkt noch einigermaßen fit, wobei bspw. Treppenlaufen im Grunde schon nicht mehr möglich war. Ich wollte aber trotzdem, dass jemand anderes das Organ bekommt - jemand, der es noch dringender braucht als ich.
2006 hat sich mein Zustand dann aber deutlich verschlechtert. Es war ein großes Glück, dass ein Spenderorgan für mich erneut zur Verfügung stand. Die Zeit nach der Transplantation verlief gut. Die Beatmungsentwöhnung machte mir etwas zu schaffen, aber im Vergleich zu anderen Patienten habe ich mich schnell erholt. Nach ca. sechs Wochen im DHZB und anschließender Reha durfte ich wieder nach Hause. Ich konnte mein Physikstudium fortsetzen und zu einem recht normalen Leben zurückkehren.

Wie geht es Dir heute?
Mit geht es heute glücklicherweise sehr gut. Natürlich muss ich mit den Nebenwirkungen der Medikamente umgehen und auch meine Sportlichkeit ist nicht mehr die, die sie mal war. Aber ich habe bisher z.B. kaum unter Infektionskrankheiten gelitten. Ich bin als Web Developer voll berufstätig und in einer glücklichen Partnerschaft.
Die Corona-Zeit belastet mich etwas. Meine Partnerin arbeitet als Lehrerin und kann so Kontaktbeschränkungen nur schwer einhalten. Momentan ist sie noch vom Unterricht befreit, aber mittelfristig wird sie wieder unterrichten müssen. Wir wissen noch nicht genau, wie wir mit dieser Situation dann umgehen werden.
Froh und dankbar bin ich auch, dass ich trotz meiner Krankheit mein Ehrenamt beim DRK immer weiter ausüben konnte. Seit 2000 engagiere ich mich im Sanitätsdienst und Katastrophenschutz. Als meine körperliche Leistungsfähigkeit nachgelassen hat, wurde hierauf viel Rücksicht genommen. Eine Rettungsdienstausbildung war für mich aber nicht mehr möglich. Inzwischen bin ich als Gruppenleiter aktiv und koordiniere die Ausbildung und die Einsätze meiner Helfer. Ich trage gern Verantwortung und setze mich für die Gesellschaft ein.

Was wünschst Du Dir?
Ich wünsche mir, dass bei der Immunsuppression noch mehr Fortschritte erzielt werden. Die Nebenwirkungen der Medikamente sind nicht ohne und immer wieder treten in meinem Alltag Fragen dazu auf. Darf ich die Erdbeeren essen? Oder gar das Mettbrötchen? Hier wünsche ich mehr Normalität. Und natürlich, dass alsbald ein Corona-Impfstoff gefunden wird.

- und was haben wir vergessen zu fragen?
Ich hatte sehr viel Glück und bin sehr dankbar. Ohne meinen Spender und seine Familie wäre ich vielleicht nicht mehr am Leben. Ebenso haben die Berliner Ärzte eine tolle Arbeit geleistet. Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und sich informieren.

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Kontakt

Gesellschaft der Freunde des Deutschen Herzzentrums Berlin e.V.

Mareike Schüller
Organisations-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 030-4593-2045
E-Mail: info@herzfreunde.de