Die „Leader“-Studie

PD Dr. med. Katharina Schmitt, Oberärztin am DHZB und Leiterin der Studie

Die Tests zur Entwicklung der Kinder laufen unkompliziert und spielerisch ab

Die „Leader“-Studie: Psychomotorische Entwicklung schwer herzkranker Kinder

Bei einer Reanimation, auch Herz-Lungen-Wiederbelebung genannt, müssen aufgrund eines Atem- und/oder Kreislaufstillstandes Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden. Bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern ist das Risiko eines Atem- oder Kreislaufstillstands deutlich höher als bei gleichaltrigen Kindern ohne Herzfehler. Dies gilt vor allem in den ersten Stunden bis Tagen nach einer Herzoperation. 

Ziel jeder Reanimationsmaßnahme ist es, den Körper so gut es geht mit Sauerstoff zu versorgen, bis die Atmung und/oder der Kreislauf des Patienten wiederhergestellt werden können. Dennoch kann es - insbesondere bei lang andauernden Reanimationen -  zu Organschäden durch Sauerstoffmangel kommen. Meist ist leider zuerst das Gehirn betroffen, da es besonders empfindlich auf Sauerstoffmangel reagiert. Ob das Gehirn durch die Reanimation langfristigen Schaden genommen hat und die körperliche und geistige Entwicklung des betroffenen Kindes beeinträchtigt sind, kann man derzeit jedoch meistens erst nach längerer Zeit einschätzen. Denn häufig kann das Gehirn einen erlittenen Schaden gerade im Kindesalter teilweise oder sogar vollständig ausgleichen. 

Ziel und Ablauf der Studie

„Leader“ steht für „Long-Term Early Development Research“:

Wir wollen herausfinden:

  • Ob und in welchem Maße Kinder, bei denen eine Reanimation durchgeführt werden musste,  in ihrer weiteren Entwicklung beeinträchtigt sind
  • Welche Faktoren diese Entwicklung eventuell positiv oder negativ beeinflussen können. 

Insbesondere wollen wir dabei  bestimmte Blutwerte - sogenannte „Biomarker“ - untersuchen, die möglicherweise schon sehr früh nach einer Reanimation auf eine Schädigung des Gehirns und deren Schweregrad hindeuten. Hierüber ist bei Kindern bislang kaum etwas bekannt.

Für die Studie wird deshalb zu verschiedenen Zeitpunkten etwas Blut abgenommen, um diese „Biomarker“ zu untersuchen. Außerdem werden nach einer Reanimation im Abstand von sechs Monaten, einem Jahr und zwei Jahren altersgemäße Entwicklungstests durchgeführt.

Wir wollen auf diese Weise wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse gewinnen, die uns dabei helfen:

  • etwaige Gehirnschäden so früh wie möglich feststellen zu können
  • geeignete Diagnose und Förderprogramme zu entwickeln
  • langfristige Entwicklungsstörungen abzumildern oder sogar ganz verhindern zu können.